Jamaika Geschichte » Alle wichtigen Infos auf einen Blick

Jamaika GeschichteMit Jamaikatour können Sie die Insel Jamaika ganz entspannt kennenlernen.

Zur Reiseeinstimmung finden Sie hier einige Informationen zu Geschichte von Jamaika.

Christoph Columbus

Der Seefahrer Christoph Columbus entdeckte Jamaika auf seiner zweiten Reise über den Atlantik im Jahr 1494.

In seinem Logbuch beschreibt er es als „die schönste Insel, die mein Auge je sah; seine Berge scheinen den Himmel zu berühren überall Täler und Felder und Ebenen.”

Auf der Insel lebten zu der Zeit dort etwa 100.000 Tainos und Kariben in Stammesgemeinschaften, die Ackerbau und Fischfang betrieben.

Awakindianer

Die spanischen Seeleute trafen auf die Tainos, einen friedfertigen Stamm aus dem Volke der Awakindianer.

Während der spanischen Besiedlung starb fast die gesamte indianische Bevölkerung aus – vermutlich Hunderttausende. Die Gründe waren unter anderem aus Europa eingeschleppte Infektionskrankheiten wie Grippe. Viele fielen außerdem der Fonarbeit zum Opfer.

Xaymaca

Den Spanieren war es nie gelungen, die Insel vollständig zu kolonalisieren, obwohl sogar Kolumbus 1503 fast ein Jahr auf Xaymaca festsaß.

Das „Land aus Wasser und Wald”, wie der schöne Taino-Name zu übersetzen ist, war ein fruchtbares, tropisches Paradies. Zeugnisse der vorspanischen Kultur sind nur spärlich erhalten, die altkaribischen Wörter Hurrikan, Tabak und Babecue sind jedoch vielen Abwandlungen bis in die Gegenwart präsent.

Sklaven

1509 gründeten die Spanier ihre erste Hauptstadt Nueva Sevilla in der Nähe des heutigen Ocho Rios. Las Chorrers, „die Wasserfälle”, hatten die ersten Siedler die Gegend genannt.

Die Engländer machten daraus „eight rivers” und daher Ocho Rios. Heute graben die Archäologen bei Nueva Sevilla und suchen nach den beiden Schiffen, mit denen Kolumbus gestrandet war.

Das Zuckerrohr, das die Spanier einführten, wurde zu einem Grundpfeiler der Wirtschaft. Die afrikanischen Sklaven aber, die sie auf die Insel verschleppt hatten, wurden zu den Mitbegründern der jamaikanischen Gesellschaft.

Zuckerrohr

1655 eroberten Briten die Insel und verwandelten sie in eine riesige Zuckerrohrplantage, die die Grundbesitzer steinreich werden ließ.

Auch die Briten brachten Hunderttausende schwarzer Sklaven von Afrikas Westküste, vor allem aus dem heutigen Nigeria, nach Jamaika.

Piraten

Bald begannen Bukaniere von Jamaika aus die Schiffe der spanischen und französischen Krone zu attakieren. Einer der gerissensten Piraten war ein junger Waliser namens Hernry Morgan.

Er brachte es vom Fronarbeiter bis zum Lieutenant Governor der Queen. Sein Hauptquartier lag in Port Royal, das als „die reichste und verruchteste Stadt der christlichen Welt” galt.

Im Jahr 1692 jedoch zerstörte ein Erdbeben Port Royal, den größten Teil der Hafenstadt verschlang das Meer.

Maroons

Als die Engländer ihre Angriffe auf Jamaika begonnen hatten, waren die Spanier auf die Nachbarinseln geflohen.

Ihre Sklaven aber hatten in den Bergen Zuflucht gesucht, wo sie unabhängige Gruppen bildeten. Man nannte sie Maroons vom spanischen marrón: wild.

Der Wiederstand gegen das unterdrückende System ist bis heute tief verwurzelt in der Jamaika Geschichte. Die Poesie des Reggae ist Sprachrohr für dieses Denken. Schon die Sklaven, die vor der Brutalität und den Peitschen der Kolonialherren flohen, haben unter der Führung von Granni Nanni erfolgreich Wiederstand geleistet.

Nur durch Kreativität und Tarnung ist ihnen die Flucht und die spätere Anerkennung gelungen. Oft verbunden mit der tiefgründigen Botschaft: „Lasst euch nicht einseifen und vertraut auf euch selbst”.

Selbstverwaltung

Mit der Zeit stießen zu ihnen auch Sklaven englischer Plantagenbesitzer. Lange kämpften sie gegen die Briten, die sie wieder einzufangen versuchten. Die Maroons allerdings konnten ihre Gebiete erfolgreich verteidigen.

So sah sich die englische Krone gezwungen, Verträge zu unterzeichen, in denen den Maroons die Selbstverwaltung des Territoriums auf dem sie siedelten, gestattet wurde. Die ihnen 1739 zugestandene Autonomie besitzt bis heute Gültigkeit.

Rebellion

1834 wurde die Sklaverei in der Jamaika Geschichte offiziell abgeschafft. In den Jahren des ökonomischen Chaos, das diesem einschneidenden Gesetz folgte, erlangte ein Ereignis historische Bedeutung: Die Morant Bay Rebellion von 1865.

Anführer des Aufstandes war der schwarze Baptistenprediger Paul Bogle, den der wohlhabende Kingstoner Geschäftsmann George William Gordon unterstützte. Beide wurden für ihren mutigen Einsatz im Kampf um Gerechtigkeit hingerichtet – sie sind heute „Helden der Nation”.

Einwanderer

In den folgenden Jahren begann sich das heutige Jamaika zu formen. Einwanderer aus Indien und China kamen als Tagelöhner auf die Zucherrohrplantagen, gewannen jedoch bald Einfluss in anderen Bereichen der Wirtschaft. Ihnen folgten jüdische Siedler und arabische Immigranten.

Wahlspruch „Out of Many, One People“

Die Ehen zwischen den Mitgliedern der unterschiedlichen ethnischen Gruppen schufen die Basis einer Nation, deren Leitspruch „Out of Many, One People” im Staatswappen seinen Platz fand.

Beruflicher Ergeiz veranlasste auch viele Jamaikaner ins Ausland abzuwandern. Tausende waren am Bau des Panamakanals beteiligt.

Andere verdingten sich bei der Zuckerrohrernte in Kuba oder als Holzfäller in den Mahagoniewäldern von Belize, während Kaufleute erfolgreiche Unternehmen in den Vereinigten Staaten, in Großbritannien und in anderen Staaten aufbauten.

Jamaikanisch-Kreolische Sprache

Das jamaikanische Kreolisch ist auch bekannt als Patois, eine auf Jamaika, Costa Rica und Panama verbreitete Kreolsprache mit englischen Wurzeln.

Das Jamaika-Kreolische bildet die Grundlage für viele Ausdrücke des in den USA und auch Europa verbreiteten Hip-Hop-Slangs, was darauf zurückzuführen ist, dass das Rappen in der Hip Hop-Musik seinen Ursprung im jamaikanischen Deejaying hat.

Eine besondere Form des Jamaika-Kreolisch pflegen die Rastafari-Gläubigen: Sie haben eine Reihe von Wörtern entsprechend ihrer Glaubenslehre verändert.

Norman Manley

In den 1930er-Jahren gewann das politische Leben an Bewegung. Zwei sehr ungleiche Männer, Norman Manley und Alexander Bustamente, gründeten zwei oppositionelle politische Parteien: Die Peoples National Party und die Jamaika Labor Party.

Unabhängigkeit

Am 6.August 1962 erlangte der Inselstaat seine Unabhängigkeit. In einer feierlichen Zeremonie wurde um Mitternacht in Gegenwart der britischen Prinzessin Margaret und des US-amerikanischen Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson der britische Union Jack abgenommen und die neue, schwarz-gold-grüne Flagge Jamaikas gehisst. Eine neue Ära in der Jamaika Geschichte begann.

Weitere Informationen zur Jamaika Geschichte auf Wikipedia.

Rastafari

Rastafari, häufig zu Rasta abgekürzt, ist eine in der schwarzen Bevölkerung Jamaikas in den 1930er Jahren entstandene, heute weltweit verbreitete Religion mit starken christlichen, vor allem alttestamentlichen Bezügen.

Die Bewegung glaubt an die Göttlichkeit von Haile Selassie. Auslöser für die Entstehung war die Prophezeiung von Marcus Garvey in den 1920ern eines mächtigen schwarzen Königs in Afrika.

Die Krönung Haile Selassies (= „Macht der Dreifaltigkeit“) nach einem Putsch der christlich-orthodoxen Aristokratie gegen den islamfreundlichen Thronfolger Lij Iyasu zum Kaiser von Äthiopien im Jahr 1930 sah man als Erfüllung der Prophezeiung an.

Der Begriff Rastafari leitet sich vom Geburtsnamen des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, nämlich Ras Tafari Makonnen ab.

Wegen seiner Krönungstitel “Auserwählter Gottes” und “Siegreicher Löwe von Juda” gilt er den Rastas als die in der Bibel angekündigte Wiederkehr von Jesus Christus. Rastas sind – wie auch die meisten christlichen Kirchen – von der Dreifaltigkeit Gottes überzeugt, somit ist nach Jesus Christus auch Haile Selassie gottgleich.

Weitere Informationen zu Rastafari auf Wikipedia.

Reggae

Reggae entstand Ende der 1960er Jahre unter dem Einfluss US-amerikanischer Musikrichtungen wie Soul, R&B, Country und Jazz, die in Jamaika über das Radio empfangen wurden, aus seinen unmittelbaren Vorläufern Mento, Ska und Rocksteady.

Reggae entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Richtungen der populären Musik.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes “Reggae” ist unklar. Manche – darunter Bob Marley – leiten es von dem lateinischen Wort rex (König) ab und behaupten, es heiße soviel wie “Musik des Königs”.

Angeregt durch den bedeutendsten Reggaemusiker und jamaikanischen Nationalhelden Bob Marley verknüpften zahlreiche Musiker die Musik mit der zu dieser Zeit zwar bereits existierenden, wenngleich noch nicht überaus weit verbreiteten Religion der Rastafari.

Der klassische Reggae der 1970er Jahre wird als “Roots-Reggae” bezeichnet.

Mittlerweile haben sich sehr viele verschiedene Formen des Reggae entwickelt: Bedeutend ist Dub, eine oft sehr minimalistische Variante. Aus dem Toasting wurde im Lauf der Zeit eine neue Variante des Reggae: Raggamuffin bzw. Ragga.

Parallel dazu entwickelte sich aus dem Toasting im New York der siebziger Jahren eine weitere neue Musikrichtung, der Hiphop. Moderne Reggaevarianten wie Ragga werden oft als Dancehall-Reggae bezeichnet.

Weitere Informationen zum Reggae auf Wikipedia.

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