Vorübergehender Ausnahmezustand in Montego Bay, Jamaika

Ausnahmezustand Jamaika:

Das Auswärtige Amt aktualisiert seinen Sicherheitshinweis: Stand: 23. Januar 2018: 


In Reaktion auf eine deutliche Zunahme der Gewaltkriminalität und der Zahl der verübten Morde im Jahr 2017 und in den ersten Tagen des laufenden Jahres hat die Regierung von Jamaika für den Bezirk St. James den Ausnahmezustand ausgerufen und mit einer groß angelegten Operation der Sicherheitskräfte begonnen. Zum Bezirk St. James im Nordwesten der Insel gehört auch das Tourismuszentrum Montego Bay.

Regionaler Ausnahmezustand Jamaika: Das Auswärtige Amt informiert in seinem am 23. Januar aktualisierten Sicherheitshinweis über den befristeten Ausnahmezustand, der zunächst bis zum 15. Februar in Kraft bleibt. Das Amt fordert vor diesem Hintergrund Reisende zu erhöhter Umsicht auf.

 

Es gibt zu viel Banden-Kriminalität auf Jamaika:

Ausnahmezustand Jamaika

Prime Minister Andrew Holness

Jugendliche mit Waffen in einem Umfeld von organisierten Verbrechern, Banden und Clans, die das schnelle Geld versprechen. Es gibt erhebliche Probleme mit der internationalen Bandenkriminalität auf Jamaika.

Der jetzige Ausnahmeszustand wurde ausgerufen, um die jamaikanische Bevölkerung besser schützen zu können. Damit die Maßnahmen der Armee legal umgesetzt werden können, wurde vorab im jamaikanischen Parlament eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen.

Die jamaikanische Bevölkerung steht natürlich voll hinter den Bemühungen der Regierung, die Banden-Kriminalität aktiv zu bekämpfen und empfindet die Maßnahmen mehr als notwendig. Mehrere Banden wurden bereits kompett ausgehoben und es gab sehr viele Verhaftungen.

Das organisierte Verbrechen war ursprünglich eher in der Hauptstadt Kingston ansässig. Bereits in den 70er und 80er Jahren waren Politik und organisiertes Verbrechen eng verschlungen. Die beiden großen Parteien sollen bewaffnete Banden in den Armenvierteln unterstützt haben, wofür diese bei Wahlen Wähler einschüchterten. Später spezialisierten sich die Banden auf Drogenschmuggel und Erpressung.

Der Polizei Chef in Kingston machte seine Arbeit allerdings so gut, dass die Banden die Hauptstadt Kingston weitgehend verließen. Heute ist Kingston ein sehr beliebtes und absolut lohnenswertes Reiseziel. Leider suchten sich die Kriminellen als neues Domizil, die zweitgrößte Stadt Montego Bay aus.

 

Der Tourismus selbst war noch nie vom organisierten Verbrechen betroffen.

Die Mord-Rate (2017 gab es im Parish St. James 335 und in Clarendon 168 Ermordete) ist derzeit so hoch, weil die Regierung unter Prime Minister Andrew Holness (JLP) seit einiger Zeit sehr aktiv gegen Kriminelle vorgeht.

So sind in den Banden und Gangs, die meist in Waffenschmuggel, Drogengeschäfte, sowie in das Lotto-Scamming involviert sind, Unruhe und Machtkämpfe entstanden. Diverse Mitwisser oder potenzielle Zeugen wurden ermordet. Vermutlich sind etwa 2/3 der Mordopfer innerhalb der sich rivalisierenden Gangs entstanden. Der Rest ist sozusagen „normale” Kriminalität, die es in vielen Ländern auch gibt.

Touristen sind von den derzeitigen Militär-Einsätzen des Ausnahmezustands in Jamaika nicht betroffen. Es gibt in Montego Bay nur kleine Einschränkungen bei den Öffungszeiten, denn die Straßenküchen und „Hang out Bars“ müssen um 19:00 h, Tankstellen um 22:00 h und Geschäfte und Restaurants (z.B. Pier 1) um Mitternacht schließen.

Einige Gebiete in Montego Bay wurden durch das Militär abgesperrt, dort finden Personen-Kontrollen statt. Dies funktioniert allerdings sehr höflich und wird von der jamaikanischen Bevölkerung absolut befürwortet und unterstützt.

 

Urlauber sind von der Banden-Kriminalität auf Jamaika nicht betroffen.

Kein Jamaika Reisender fühlt sich derzeit unsicher, immer wieder wird von Urlaubern gerade die große Herzlichkeit der jamaikanischen Menschen betont. Auch Allein- oder Individualreisende, egal ob Mann oder Frau fühlen sich absolut sicher auf Jamaika, da die Menschen auf Jamaika sehr hilfsbereit und offenherzig sind.

Auch Europäer die auf Jamaika leben, fühlen sich derzeit nicht anders als sonst, schauen vielmehr sehr positiv in die Zukunft. Die Bevölkerung freut sich, dass die Regierung nun endlich gegen die organisierten Verbrecher vorgeht. Es geht in die richtige Richtung, aber es braucht Zeit und Geduld.

Information des jamaikanischen Ministeriums für Tourismus zum Ausnahmezustand Jamaika´s

Ausnahmezustand Jamaika

Tourismusminister Edmund Bartlett

Ausnahmezustand Jamaika – Jamaikas Minister für Tourismus, Edmund Bartlett hat erneut bekräftigt, dass Jamaika sicherer ist als je zuvor und der jüngste Ausnahmezustand nur ausgerufen wurde, um sicherzustellen, dass der Distrikt (Parish) St. James weiterhin für Touristen und Einheimische gleichermaßen sicher ist.

St. James ist einer von 14 Distrikten und 595 km2 groß, was in etwa 5% der Landesfläche von Jamaika entspricht. Montego Bay, eines der touristischen Zentren, liegt ebenfalls in diesem Distrikt. Die jüngst von Problemen stark betroffenen Gebiete werden allerdings nur selten von Touristen besucht.

Das deutsche Auswärtige Amt hat am 23.1. noch einmal seine Reisehinweise bezüglich Montego Bay präzisiert, wonach „Die Hauptverbindung zwischen dem Flughafen Montego Bay und den Piers mit den Kreuzfahrtschiffen besonders überwacht wird und als sicher gilt“. Gleiches gilt auch für die touristischen Einrichtungen in und um Montego Bay, bekräftigt Bartlett.

Bis heute ist Jamaika ein sicheres Reiseziel für alle Touristen.

Der regionale Ausnahmezustand ist nur als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme eingeführt worden, um der Polizei die Befugnis zu verleihen, die Sicherheit für Touristen auch zukünftig zu bewahren. Bartlett fährt fort: „Sicherheit und eine reibungslose Urlaubserfahrung sind der Standard, der das Reiseziel Jamaika definiert. Selbstverständlich heißen wir auch weiterhin Touristen aus aller Welt willkommen, die jamaikanische Gastfreundschaft zu genießen“.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen sind in den internationalen Tourismusmärkten nicht ungewöhnlich. Die Einwohner Jamaikas unterstützen diese Aktion sehr: „Dies ist das Beste, was zu dem Zeitpunkt hätte passieren können”.

Jamaika bleibt weiterhin ein sicherer Ort für Touristen mit einer sehr positiven Bilanz, die sich in der sehr niedrigen Verbrechensrate gegen Reisende widerspiegelt. Lediglich 0,01% der Touristen sind Opfer eines Verbrechens. Bezogen auf die 30.000 Gäste aus Deutschland im Jahr 2017 wären das gerade mal 3 Besucher. Zum Vergleich: in Berlin wurden 2016 laut Kriminalstatistik ca. 570.000 Straftaten begangen.

Jedes Jahr begrüßt Jamaika Gäste aus der ganzen Welt, um alles zu genießen, was Jamaika zu bieten hat. Vorläufige Daten zeigen einen rekordverdächtigen Boom: 4,3 Millionen Touristen besuchen Jamaika im Jahr 2017, was einem Anstieg von 12,1 Prozent gegenüber den Ankünften im Jahr 2016 entspricht.

Ausnahmezustand Jamaika

Infos für Reisegäste von Jamaikatour

Gäste von Jamaikatour brauchen sich keine Sorgen zu machen. Wir sind täglich vor Ort in Kontakt und haben unsere Infos aus erster Hand. Alles ist ruhig und geordnet auf Jamaika. Auf manchen Ausfahrtstraßen gibt es Staus, wenn die Fahrzeuge die Kontrollen passieren. Touristen werden normal nicht kontrolliert und durchgewunken.

Die Geschäfte, Bars, Restaurants und Tankstellen in Montego Bay müssen nun früher schließen, damit die Beschäftigten problemlos nach Hause kommen.

Unsere jamaikanischen Freunde berichten nur positives und die Menschen auf Jamaika sind froh, dass die Banden-Kriminalität endlich aktiv bekämpft wird. Es ist ein internes Problem und die vielen Toten aus dem kriminellen Milieu sind tragisch für die jamaikanischen Familien, aus denen die Opfer stammen.

Es gab und gibt keine nennenswerte Kriminalität auf Jamaika gegenüber Touristen. Jetzt ist es sogar noch sicherer, da mehr Präsenz gezeigt wird und verstärkte Kontrollen eingerichtet wurden.

 

Rücktritt oder Umbuchung:

Das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung für Jamaika ausgesprochen. Die Lage wird natürlich beobachtet. Im Fall einer Reisewarnung, besteht eine Umbuchungsmöglichkeit oder ein kostenfreies Rücktrittsrecht.

Falls eine Reisewarnung ausgesprochen würde, wenn Sie schon auf Jamaika sind, wird eine Rückreise angeboten und organisiert. Nicht in Anspruch genommene Leistungen werden dann erstattet.

Ohne Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht nur eine Umbuchungsmöglichkeit auf Kulanz, ohne Gewähr, die im Einzelfall geprüft wird.

 

Gerne stehen wir für Fragen zur Verfügung.

Viele Grüße von Jamaikatour

Matthias S. Bopp

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